Zum 15-jährigen Jubiläum hatte sich der Stamm "Lady Olave" aus Amern in der Diözese Aachen für den Sommer 2009 etwas Besonderes überlegt. Es wurde ein Stammeslager in Schottland geplant, zu dem auch die Caravelles der gesamten Diözese eingeladen wurden.
Nach vielen Vorbereitungen ging dann im Juli die Fahrt los, bei der TeilnehmerInnen aus insgesamt fünf Stämmen (Amern: "Lady Olave", Kornelimünster:"Knolle", Venwegen, Verlautenheide und Immerath) vertreten waren.
Für die meisten von uns war es die erste Reise auf die Britische Insel und damit auch die erste Durchquerung des Ärmelkanals durch den Tunnel. Nach zwanzigstündiger Busfahrt und einigen Hindernissen kamen wir auf einem landschaftlich sehr schönen und nett betreuten Pfadfinderzeltplatz an. Nachdem die Zelte standen, begannen wir mit dem Aufbau der Lager-Konstruktionen, an denen in den kommenden zwei Wochen gekocht und gegessen wurde. Hier konnte jede Runde ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Als wir am nächsten Morgen ein wenig verschlafen aus unseren Zelten heraus blickten und uns die Sonne über den etwa eintausend Meter hohen Bergen begrüßte, ließ das bei jedem von uns die Vorfreude auf zwei wunderbare Wochen aufkommen.
Zusätzlich lernten wir auch früh unsere englische Partnergruppe kennen, an deren Seite wir die zwei Wochen verbracht haben. Für die nächsten Tage war ein buntes Programm geplant, sodass für jeden etwas dabei war. Wir konnten verschiedene Spezies machen, wie zum Beispiel "Sterngucker", "Pionier", "Dolmetscher" "Bergsteiger", "Lagerkoch", "Waldläufer", … und haben dabei eine Menge gelernt.
Außerdem erlangten wir beim Wandern einen Einblick in die traumhafte Landschaft der Highlands. Bei einem Besuch in der Stadt Edinburgh fühlten wir uns durch die vielen alten Schlösser, die wir dort sahen, in die Vergangenheit zurückversetzt. Einige von uns waren mutig und testeten das Schottische Nationalgericht "Haggis", das für unseren Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig erschien.
Auch ein Ausflug zu dem sagenumwobenen Loch Ness durfte natürlich nicht fehlen. "Nessi" bekamen wir an dem Tag leider nicht zusehen, aber dafür haben wir auf dem Weg dorthin eine Menge anderer Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommen. Die besonders Wanderfreudigen unter uns konnten bei einer Bergbesteigung ihre Kondition testen. Hier waren 800 Höhenmeter zu überwinden, bis wir den Blick vom höchsten Gipfel der Highlands genießen konnten.
Die Abende genossen wir gemütlich singend am Lagerfeuer, wozu unsere englischen Freunde stets eingeladen waren. So lernten wir jede Menge an neuen Spielen und Liedern kennen. Hierbei zeigte sich auch, dass es viele Singspiele in unterschiedlichen Sprachen und Durchführungsweisen gibt. Das hat natürlich vieles vereinfacht, da man die grundlegenden Sachen direkt mitmachen konnte. Als wir uns von unserer Partnergruppe nach fast zwei Wochen dann wieder verabschieden mussten, wurden viele Halstücher und natürlich auch Email-Adressen getauscht. In der zweiten Woche konnten wir außerdem auch echte schottische Halstücher von einer Pfadfindergruppe aus Schottland ertauschen, mit der wir zwei Abende verbrachten.
Natürlich gab es in dem Lager auch einige Hürden zu überwinden. Hier möchte ich zum einen die vielen Mücken erwähnen, die einigen von uns sehr zu schaffen machten, die nicht EU-genormten Gasanschlüsse und die große Entfernung zum nächsten Supermarkt (2 ½ Stunden), die uns unsere gute Laune jedoch nicht verderben konnten. Dafür hatten wir wirklich Glück mit dem - für schottische Verhältnisse - guten Wetter, das mit dazu beigetragen hat, dass es für alle ein unvergessliches Sommerlager wurde.
An dieser Stelle einen großen Dank an alle Leiterinnen und Leiter, die zum guten Gelingen des Lagers beigetragen haben.
Niklas Herff
Stamm Kornelimünster
